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Jörg


Kaum ein Land ist in den vergangenen Jahrhunderten so ausgeraubt und verwüstet worden wie Deutschland während des 30-jährigen Krieges.

Da sich der eigentliche Feldzug im Laufe der Jahre in kleinere, auf das ganze Reich verstreute militärische Unternehmungen zersplitterte und die Söldner nur ungenügend oder gar nicht entlohnt werden konnten, machten sich abgesprengte Truppenteile oder desertierte Soldatenhorden selbständig.

Raubend und plündernd zogen sie durch das Land.

Mit beispielloser Grausamkeit gingen sowohl kaiserliche als auch schwedische Söldnertrupps gegen die Bevölkerung vor.

Wehe dem Baürngehöft, das von dieser schrecklichen Plage heimgesucht wurde.

Unsere Erzählung beginnt im Frühjahr 1633 in dem Mecklenburgischen Dorf Küstrow.

Wie durch ein Wunder ist der kleine, zwischen bewaldeten Hügeln geschützt liegende Ort bisher von den Schrecken des Krieges verschont geblieben.

Ein schwedischer Obrist ist mit einem Trupp plündernder Söldner in das Dorf eingefallen.

Soweit Hansrudi Wäscher in seinem Vorwort.

Laßen wir die Geschichte also am 01.April 1633 beginnen.

Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, gen. Wallenstein, Herzog von Friedland und kaiserlicher Feldherr erfreute sich zu dieser Zeit noch der Gunst des Kaiser, wenn auch sein Stern am kaiserlichen Hofe bereits im sinken war. Er wurde dann am 25. Februar in Eger 1634 ermordet.

Gustav Adolph, der schwedische König hingegen war am 06. oder 16. November 1632 bei der Schlacht von Lützen schon gefallen.

Reichskanzler Axel Gustafßon Oxenstierna af Södermöre blieb auch in Amt und Würden, als Königin Christina I. ihrem Vater Gustav Adolf nachfolgte.

Der Kanzler konnte seine Kriegshorden aber doch nicht so zusammenhalten wie sein gefallener König und so erklärt es sich auch, daß manche Teile seiner Soldateska außer Rand und Band gerieten und ihre Kleinkriege führten.

Der Fairniß halber muß aber auch gesagt werden, daß die kaiserlichen Truppen nicht viel beßer waren. Bei Wallensteins Truppen herrschte allerdings Zucht und Ordnung. Er griff selbst bei Verfehlungen seiner Offiziere hart durch.

01: Das Verlaßene Dorf 1. April

Die Söldner besetzen das Dorf und bedrohen Jörgs Vater, Bertold Arandbaür

02: Der Teufel hält Einkehr 1. April

Jörgs Vater wird vom Obristen erschoßen

03: Heimat in Flammen 5. April

Jörgs Hund tötet den Obristen. Die wilde Schar reitet einige Tage weiter.

Jörg hat sich der Marketenderin Lena angeschloßen.

Marketenderinnen versorgten die Soldaten nicht nur mit horizontalen Dienstleistungen sondern auch mit anderem, nicht minder wichtigem wie: waschen, kochen, nähen und Handel treiben.

04: Der Überfall 5. April

Der Söldnertrupp wird von kaiserlichen Soldaten besiegt. Der Anführer will fliehen und versinkt dabei im Moor.

Jörg ist mit Lena und einem Treckwagen auf der Flucht.

05: Der schwarze Tod 24. Mai

Durch einen Trick erzwingen sich Lena und Jörg den Zugang nach Luckau, der Hauptstadt der Niederlausitz. Diese ist von den Schweden besetzt. Einige Tage später wird Luckau von kaiserlichen Truppen belagert. Die Pest bricht aus.

06: Der Pulverturm 24. Mai

Die Schweden wollen sich nicht ergeben. Die Bevölkerung leidet große Hungersnot. Um die Schweden zur Aufgabe zu zwingen bringt Jörg den Pulverturm zur Explosion.

07: Gefährliche Fahrt 25. Mai

Luckau wird erobert. Jörg soll eine Botschaft zu General Waldstein (wie ja Wallenstein in Wirklichkeit heißt) nach Steinau an der Oder in Oberschlesien bringen. Die kleine Eskorte wird von Wölfen belästigt.

08: Der Verräter 26. Mai

Jörg kommt mit der Botschaft in Steinau an und übergibt sie dem Feldherrn.

Er entdeckt zwei Spione, die Waldsteins Pläne dem Feind übergeben wollen. Es gelingt ihnen, Jörg damit zu verdächtigen. Er soll gehängt werden.

09: Die große Schlacht 27. Mai

Das Komplott kann vereitelt werden. Die Verräter werden durch das Schwert und den Strang gerichtet.

Schwedische Truppen und dem Kommando des böhmischen Grafen von Thurn rücken gegen Waldsteins Lager vor.

10: Kampf um die Fahne 15. Dezember 1633

Jörg kann Waldstein das Leben retten und durch sein tapferes Eingreifen die Schlacht entscheiden. Waldstein befördert ihn daraufhin zum Fähnrich. Auch in der Folgezeit setzt Waldstein seinen Siegeszug fort. Bei Görlitz und Bautzen werden die Feinde geschlagen. Leichte Reitertrupps des Kaiserlichen Heeres streifen bis in die Nähe Berlins. Danach bezieht der General bei Pilsen Winterquartier - und jetzt geht eine seltsame Veränderung mit ihm vor. Jörg, der sich ständig in Waldsteins Nähe aufhält, ist besorgt, denn scbhon wiederholt hat der General Befehle des Kaiser nicht beachtet.

Cenedos, der Sterndeuter Waldsteins, übt einen schlechten Einfluß auf den Feldmarschall aus. Jörg will Waldstein vor Cenedos warnen. Daß es einen schlechten Einfluß auf den Marschall gab, darf als gegeben angenommen werden. Es handelte sich dabei um seinen Sterndeuter Giovanni Baptista Seni.

Wallenstein ließ sich sich sogar von Kepler ein Horoskop erstellen.

11: Die Verschwörung 25. Februar 1634

Cendedos setzt bei Waldstein eine harte Bestrafung durch. Jörg soll Spießrutenlaufen durch eine Gaßen von 200 Soldaten. Das ist ein Todesurteil. Bevor es zur Ausführung kommt, erfährt Waldstein durch einen Kurier, daß er vom Kaiser abgesetzt worden ist. Er erläßt Jörg die Strafe und bricht sofort mit dem Regiment von Oberst Buttler nach Eger auf,

12: Des Marschalls Tod 25. August

Jörg kann Cenedos in einem Zweikampf töten. Hier sehen wir wieder einen der bei Wäsche beliebten Schwertkämpfe auf dem Dach während rundherum die Schneeflocken wirbeln. Die Offiziere verweigern Waldstein den Gehorsam und Kapitän Devereux tötet Waldstein mit seiner Partisane.

Ein halbes Jahr später:

Immer grausamer wurde der Krieg in der Zeit nach dem Tod des Marschalls - die Bevölkerung haßte schon längst ALLE Soldaten - gleich, ob sie Freund oder Feind waren - weil Grausamkeit und Raublust der Truppen unerträglich wurden. Die Baürn schloßen sich zu bewaffneten Banden zusammen und laürten kleineren Trupps von Soldaten auf und machten diese nieder, wo immer sie nur konnten. Eine dieser Horden laürt einem Trupp kaiserlicher Dragoner auf, die von Leutnant Jörg geführt werden. Dabei wird Jörg verwundet.

13: Das Versteck 20. September

Jörg soll von den Baürn gehängt werden - wieder einmal - aber Hanna, die Tochter des Baürn Leberecht kann es verhindern und ermöglicht ihm die Flucht. Wieder bei seinem Regiment, sieht er wie einige Soldaten beim Würfelspiel betrügen.

14: Meuterei 27. September

Die Schwindler bekommen ihre Strafe. Jörg wird mit zwei Soldaten auf Erkundung geschickt.

Diese sind Freunde der Betrüger und schießen Jörg nieder und melden dann im Lager, sie seien von Schweden überfallen worden. Doch er ist nur verwundet und gerät in die Hände von meuternden Soldaten. Deren Trupp wird von Baürn niedergemacht. Nur Jörg überlebt, weil die Baürn sehen, daß er als Gefangener mitgeführt wurde. Sie laßen ihn laufen und so trifft Jörg wieder auf sein Regiment, das vor der Stadt Frankenfeld Stellung bezogen hat. Samül und Conrad, die Jörg niedergeschoßen hatten, laufen zu den Schweden über.

15: Geheimer Auftrag 27. September

Jörg und Gunther gelangen verkleidet nach Frankenfeld.

16: Gefahrvolle Kämpfe 27. September

Jörg und Gunther können einen Kriegsplan der Schweden ergattern und wollen ihn zu ihrem Lager bringen. Samül und Conrad erkennen sie aber. Gunther gelingt mit dem Plan die Flucht. Jörg wird gefangen und soll wieder einmal hingerichtet werden. Und wieder verhilft ihm ein Mädchen zur Flucht. Auf Seite 29 verlangen die Schweden Einlaß in das Haus, in dem Jörg sich verstecken konnte. Sie scheinen nicht zu wißen, daß sie jetzt von einer Frau regiert werden.

17: Zum Tode verurteilt 28. September

Die Schweden werden eingeschloßen.

18: Der Fall von Frankenfeld 29. September

Jörg und einigen beherzten Bürgern der Stadt gelingt es, das Pulvermagazin unter Waßer zu setzen und somit das Pulver unbrauchbar zu machen. Das Kaiserliche Heer, das inzwischen Frankenfeld eingeschloßen hat, kann deshalb Frankenfeld leicht erobern. Jörg wird für seine Tat vom kaiserlichen Obristen zum Hauptmann befördert.

19: Der Geheimplan 04. Oktober

Hauptmann Jörg und Leutnant Gunther erhalten die Aufgabe den erbeuteten schwedischen Geheimplan zum Kaiser nach Wien zu bringen. Der Weg ist weit und besonders deshalb gefährlich, weil er durch Gebiete führt, die von Truppen des General Horn besetzt wird. Diese haben ein Kopfgeld von 500 Goldgulden auf ihren Kopf ausgesetzt. In einem kleinen Dorf, wo sie ihre Pferde tränken wollen, geraten sie in Händel mit fünf Schweden. Jörg halt sie auf, derweil Gunther mit dem Geheimplan entkommen kann.

20: Die Verfolgung 05. Oktober

Jörg gelingt es seine Spuren zu verwischen und er folgt seinem Freund in Richtung auf Breitenbach, um sich dort mit ihm zu treffen und ihre große Aufgabe zu einem glücklichen Ende zu führen.

Damit ist das Abenteür überhastet auf Seite 28 zu Ende. Es folgen dann noch 4 Seiten mit Vorschau auf die folgende Serie GERT. Bei der Betrachtung der Bilder wird man bei der Strichführung ständig an die ersten hundert Sigurd-Hefte erinnert wie auch an die Piccolo-Sonderbände "Insel der Dämonen" und "Der letzte Pfeil". Viele bekannte Gesichter aus den Sigurd-Heften tauchen auch bei Jörg auf. Charakteristisch auch die Hintergrundfiguren, die einen Arm in die Luft recken.



Eine nette Geschichte, die vom Verlag abgewürgt wurde.


Gustav Gaisbauer